Words,words,words

Einsamer Zecher unter dem Mond

Ich nehme eine Kanne Wein, umringt von Blumen,
und trinke ganz allein, verzichte auf Kumpane.
Den Becher in der Hand, lad ich den Mond mir ein,
Mit meinem Schatten sind wir nun zu dritt.
Der Mond versteht nichts vom Genuss des Weins,
Mein Schatten folgt mir ohne jede Regung.
Mitunter lass ich Mond und Schatten sich mir zugesellen.
Um voll die Freude auszukusten,
Muss man das Glück beim Schopfe packen.
Während ich singe, bummelt der Mond.
Während ich tanze: ein Schattengemenge.
Bleibe ich nüchtern – vergnügliche Runde,
Bin ich betrunken, gibt’s keine Berührung.
Unser Bund währt ewig, ohne Leidenschaft,
Und treffen werden wir uns erst im Paradies.

Mingxiang Chen & Hildburg Heider, in: Mingxiang Chen & Hildburg Heider, Frühling im Jadehaus : klassische chinesische Gedichte, Stuttgart, 2009; p. 84

 

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