Words,words,words

Der einsame Zecher im Mondenschein

Nur Blüten rings und dieser Krug mit Wein,
alleine trinke ich, kein Freund hält mit.
Ich heb den Becher, lad den Mond mir ein,
mit meinem Schatten wären wir zu dritt.
Wenn auch der Mond aufs Trinken sich nur schlecht
versteht, ein Anhängsel mein Schatten bleibt –
die zwei Kumpane sind mir heute gerad recht;
es heisst doch lustig sein zur Frühlingszeit!
Beständig hüpft der Mond zu dem Gesang,
der Schatten zuckt unruhig zu dem Tanz.
Erst einte nüchtern uns der Überschwang,
doch mit dem Rausche schwand die Allianz.
Sind die Gefühle endlich aufgehoben,
wird eine ewge Freundschaft uns verbinden.
Dann bin ich zu den Sternen Aufgeflogen,
dort wollen wir dann zueinander finden!

Volker Klöpsch, in: Volker Klöpsch, Der seidene Faden : Gedichte der Tang, Frankfurt a.M., 1991; p. 84

 

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