Words,words,words

Die Seele

Du holder Tag, so süß im Morgenrot,
Bräutliche Düfte sinds, die dich umwehn:
Die Nacht, in Tränen, weint um deinen Tod ­
Auch du mußt gehn.

Du holde Rose, süß wie Honigseim,
Die Augen taun, die glücksberauscht dich sehn:
Zur Würzel, die dich nährt, kehrst du einst heim ­
Auch du mußt gehn.

Du holder Lenz, in deiner Tage Glanz,
Da deine Rosen süß in Düften stehn:
Mein Lied, für dich ein kleiner Blütenkranz,
Wird auch vergehn.

Einzig die Seele ists, sie wird bestehn:
Kein Sturz, kein Brand, kein Grab, das sie begräbt.
Mag alle Welt in Staub und Schutt vergehn,
Sie bleibt und lebt.

Übers. Richard Flatter

 

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