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Aus des vortrefflichen Hispanischen Poeten D.Luis de Gongora seinen Getichten das IX. Sonnet, welches anfänget: Mientras por competir &c.

Weil noch der Sonnen Gold mit allen Strahlen weichet
Dem ungemeinen Glantz auf deinem schönen Haar.
Weil noch vor deiner Stirn der Liljen Silber-Schaar
Jn blasser Furcht und Scham die weissen Segel streichet.
Weil noch das Sähnen nach den Nelcken sich nicht gleichet
Der brünstigen Begier nach deiner Lippen Paar.
Ja weil dem Halse noch des Marmors blancke Wahr
Mit allem Schimmer nicht einmahl das Wasser reichet /
Laß Haare / Halß und Stirn und Mund gebrauchet sein /
Eh’ das was in dem Lentz der Jugend war zu ehren
Vor Gold / vor Lilien / vor Nelcken / Marmorstein /
Sich wird in Silber-grau und braune Veilgen kehren.
Ja eh’ du selbst dich mit dem Hochmuht dieses Lichts
Verkehrst in Erde / Koht / Staub / Schatten / gar in Nichts.

Übers. Christian Henrich Postel

 

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