Hie bevor dô wir kint
wâren
und diu zît was in den jâren
daz wir liefen ûf die wisen,
von jenen wider her ze disen;
dâ wir under stunden
vîol funden,
dâ siht man nu rinder bisen.
Ich gedenk wol daz wir sâzen
in den bluomen unde mâzen
welch diu schœnest möhte sîn.
dô schein unser kintlich schîn
mit dem niuwen kranze
zuo dem tanze.
alsus gât diu zît von hin.
Seht dô lief wir ertber suochen
von der tannen zuo der buochen
über stoc und über stein
der wîle daz diu sunne schein.
dô rief ein waltwîser
durch diu rîser
‘wol dan, kinder, und gât hein.’
Wir enpfiengen alle mâsen
gester dô wir ertber lâsen:
daz war uns ein kintlich spil.
dô erhôrte wir sô vil
unsern hirte rüefen
unde wüefen
‘kinder, hie gât slangen vil.’
Ez gienc ein kint in dem krûte:
daz erschrac und rief vil lûte
‘kinder, hie lief ein slang în,
der beiz unser pherdelîn:
daz ne heilet nimmer.
er müez immer
sûren unde unsælic sîn!’
‘Wol dan, gât hin ûz dem walde!
unde enîlet ir niht balde,
iu geschieht als ich iu sage:
erwerbet ir niht bî dem tage
daz ir den walt rûmet,
ir versûmet
iuch und wirt iur vreuden klage.
Wizzet ir daz vünf juncvrouwen
sich versûmten in den ouwen
unz der künc den sal beslôz?
ir klag und ir schade was grôz,
wande die stocwarten
von ir zarten,
daz si stuonden kleider blôz.’
—
Der wilde Alexander (c. 1280)
